Schon wieder ein neuer Gesetzesentwurf des Gesundheitsministers, der die Telematik und Digitalisierung des Gesundheitssystems schneller vorantreiben will. Dadurch sollen auch die Arztpraxen stärker digitalisiert werden. Das neue „Digitale Versorgungsgesetz“ soll dafür die Grundlage bilden.

Der Referentenentwurf sieht im Wesentlichen folgende Aspekte vor:

  • Vertragsärzte werden verpflichtet, auf Nachfrage von Patienten Gesundheitsdaten in er e-Akte zu Sprecher,
  • Die Videosprechstunde soll eine größere Verbreitung finden
  • Telegonie sollen zusätzlich vergütet werden
  • Andere Leistungserbringer wie Apotheken und Krankenhäuser etc. sollen ebenfalls in die Telematik-Infrastruktur eingebunden werden
  • Gesundheitsapps aufgrund ärztlicher Verordnung soll ermöglicht werden
  • Wer sich als Leistungserbinger verweigert soll sanktioniert werden

Mit dem neuen Gesetz werden Ärzten wieder neue Verpflichtungen aufgebürdet. Ab 2021 sollen Vertragsärzte verpflichtet werden eine elektronische Patientenakte vorzuhalten und bei Wunsch des Patienten anzulegen. Auf Wunsch des Patienten sollen Daten wie Impfstatus, Mutterpass, U-Untersuchungen etc. gespeichert werden können. Eine ärztliche Vergütung soll bis dahin ebenfalls im EBM verankert werden.

Ein wesentlicher Punkt der Gesetzesinitiative ist der schnellere Ausbau der Telematik-Infrastruktur (TI). Bisher sollten Ärzte, die sich der Entwicklung verweigern und keinen Konvektor anschaffen, ab Juli 2019 mit 1% Honorarabzug pro Quartal sanktioniert werden. Der neue Referentenentwurf verschärft die Sanktion dahingehend, dass eine Honorarkürzung von 2,5% erfolgen soll.

Der digitale Ausbau des Gesundheitssystems ist politisch gewollt und nicht mehr aufzuhalten. Ob die ambitionierte Zeitschiene für die jeweiligen Einzelmaßnahmen gehalten werden kann, dürfte zu hinterfragen sein. Gleichwohl sollte jeder Praxisinhaber im Rahmen der strategischen Planung zur Ausrichtung seiner Praxis prüfen, welche Möglichkeiten/Vorteile sich durch die Digitalisierung für seine Praxis anbieten. Je nach Fachgruppenzugehörigkeit bietet sich hier als erster Schritt z.B. die Videosprechstunde an. Die E-Viste erspart viel Zeit, z.B. bei der Betreuung von Pflegeheimen etc.