Sofern keine Risikofaktoren, etwa Vorerkrankungen in Form von Entzündungen oder vorangegangenen Operationen im Kopf-Hals-Bereich vorliegen und es sich um eine „normale“ Zahnextraktion handelt, ist vor der Extraktion eines sog. Weisheitszahns keine gesonderte Aufklärung notwendig. Es entspricht allgemeiner Lebenserfahrung, dass ein Patient mit einer großen Extraktionswunde im Mund im Alltag allgegenwärtige Infektions-und Reizungsquellen meidet.

Die Extraktion des Zahns Nr. 38 muss auch nicht immer bei einem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen durchgeführt werden. Nicht jeder Weisheitszahn ist kompliziert zu ziehen.

Ist eine Orthopantomographie (OPG)-Aufnahme hinreichend aussagekräftig, muss auch keine neue angefertigt werden, selbst wenn die vorhandene bereits mehrere Jahre alt ist.

Vor diesem Hintergrund hatte die Klage eines Patienten gegen seinen Zahnarzt auf ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 13.000 € keinen Erfolg. Landgericht Essen, Urteil vom 05.04.2019 – 16 O 195/17

Quelle: https://arge-medizinrecht.de/wp-content/uploads/2019/06/LG-Essen-ZA-Haftung.pdf